SMS – Gestern und Heute

Seit 1992 die erste Kurznachricht verschickt wurde, ist die SMS fester Bestandteil unserer Mobilfunk-Kultur. Auch wenn der Erfolg mittlerweile durch die Konkurrenz von diversen Messenger-Services nachgelassen hat, bietet der Nachrichtenklassiker weiterhin Vorteile. Wer hat aber die erste SMS verschickt?

Am 3. Dezember 1992 hat sich die Welt des Mobilfunks für immer verändert: Der damals 22jährige britische Ingenieur Neil Papworth verschickte vom Vodafone-Maschinenraum in Newbury die erste Short Message Service-Nachricht an den Vodafone Manager Richard Jarvis. Damit die SMS pünktlich zu den Weihnachtsfeierlichkeiten eintraf, führte Papworth, der Teil eines 28-köpfigen Teams der IT-Firma SEMA war, zuvor wochenlang Tests durch. Die simple Nachricht „Merry Christmas“ war ein voller Erfolg. Die zugrunde liegende Technik, die eigentlich nur als unbedeutendes Extra zum Telefonieren gedacht war, wird bis heute für die verschiedensten Zwecke eingesetzt.

Moderne Handy-Welt mit Flat-Angeboten

Heute sieht die Handy-Welt ganz anders aus und gestaltet sich wesentlich komfortabler: Ein absoluter Vorteil von Handyangeboten ist, dass der Nutzer sich den Weg zum Laden sparen kann, denn heutzutage wird so gut wie alles bequem bestellt und nach Hause geliefert. Diese Angebote schließen oft günstige Tarifoptionen wie z.B. Allnet-Flats mit ein, die meistens auch eine SMS-Flat beinhalten. Eine SMS-Flat bedeutet für den Kunden nicht automatisch Gratis-SMS, aber auf diese Weise lassen sich Kosten für das Versenden von Kurznachrichten immerhin weitestgehend kontrollieren.

Wie teuer ist es, eine SMS im Ausland zu verschicken?

Die Kurznachrichten sind auch mit einer Flat-Rate nicht umsonst, sondern in einer monatlichen Gebühr mit inbegriffen. Insbesondere jedoch im Ausland sollte jeder Kunde vorsichtig sein, noch einmal in den Mobilfunkvertrag schauen oder mit dem entsprechenden Anbieter sprechen, um nicht in eine Kostenfalle zu tappen. Denn im Ausland gestalten sich die Preise für Kurznachrichten meist anders:
Preise für eine versandte SMS im Ausland
Tabelle: Preise für eine versandte SMS im Ausland

Während die Anzahl der Personen, die in Deutschland von 2014 und 2015 SMS und MMS nutzen relativ stabil geblieben ist, verschicken diese Personen immer weniger Nachrichten per SMS. Die Nachrichten, die über den Whats App – Messenger verschickt werden steigt dagegen rapide an.

Infografik zeigt, wie sich die SMS-, MMS- und Whats App-Nutzung von 2014 bis 2015 in Deutschland entwickelt hat.

Warum nicht andere Messenger nutzen?

Eine günstige Alternative zur SMS können natürlich Apps wie Whats App, Facebook-Messenger u.v.m. sein. Allerdings bietet die klassische Kurznachricht auch heute noch viele Vorteile gegenüber den Messenger-Apps.

Sicherheit
: verschiedenste Messenger werden wegen Fragen der Datensicherheit weiterhin argwöhnisch betrachtet. Beim installieren von Whats App werden z.B. alle privaten Telefonnummern hochgeladen und niemand kann genau sagen, was mit den Daten geschieht.

Netzempfang: selbst mit einem einzigen Netz-Balken ist es noch möglich, eine SMS zu verschicken. Ohne Internetzugang, z.B. in der U-Bahn oder in ländlicheren Gebieten ist die Nutzung von einem Messenger-Service dagegen weitaus schwieriger

  • Empfänger ohne Smartphone: Tatsächlich soll es noch Handy-Nutzer geben, die kein Internetfähiges Smartphone besitzen. Gerade ältere Generationen verlassen sich auf ältere bzw. weniger komplexe Geräte, die allerdings alle SMS-Nachrichten empfangen können.
  • kein Antwortdruck: Bei diversen Messenger Service ist klar sichtbar, ob die Nachricht gelesen wurde oder nicht. Der Gesprächspartner wartet also auf eine Antwort. Bei der SMS kann man sich mit einer Antwort wesentlich mehr Zeit lassen, ohne ein schlechtes Gewissen haben zu müssen.

Warum SMS statt iMessage?

Für iPhone-User bietet sich der Nachrichten-Service iMessage zwar an. Dieser kann aber ebenfalls problematisch sein. Insbesondere wenn es um Textnachrichten ins Ausland geht: Auch iMessage ist ein Internet-basierter Nachrichtendienst, bei dem beide Kommunikationsparteien Zugang zum Internet haben müssen. Hat z.B. der Empfänger bei einem Auslandsaufenthalt seine mobilen Daten ausgeschaltet, wird die versendete iMessage-Nachricht automatisch in eine SMS umgewandelt, die wiederum ins Geld gehen kann. Selbiges gilt bei einem Gruppenchat, in dem einer der Beteiligten nicht den iMessage-Service nutzt.

Zusammengefasst: Der Short Message Service ist immer noch sicherer und zuverlässiger als diverse Messenger-Alternativen. Um eine SMS zu schreiben, benötigt man weder WLAN noch LTE. Der Empfänger der Kurznachricht muss nicht denselben Dienst verwenden und noch nicht einmal ein Smartphone besitzen, um antworten zu können.

Dennoch ist der Anzahl der verschickten Kurznachrichten durch die Messenger-Alternativen massiv eingebrochen. Die Frage ist: Hat der Service immer noch Bedeutung und praktische Verwendungszwecke?

Wo die SMS noch regelmäßig geschrieben wird

Auch wenn das Nutzungsverhalten im Privatbereich weiter zurückgeht, wird die SMS weiterhin in vielen professionellen Bereichen genutzt:

  • Banken versenden per SMS verschiedenste Daten, sogar TAN-Nummern
  • Paketdienstleister informieren Kunden über den Paketstatus
  • Autowerkstätten teilen ihre Kunden mit, ob die Reparatur des Autos fertiggestellt ist
  • Fluglinien geben Informationen über den gebuchten Flug an ihre Fluggäste weiter
  • die Deutsche Bahn nutzt den Short Message Service, um ihre Kunden auf Verspätungen bei gebuchten Zugreisen aufmerksam zu machen
  • die zwei Faktor-Authentifizierung: z.B. beim Verlust eines Passwortes kann die SMS in Kombination mit einer anderen unabhängigen Komponente für einen Identitätsnachweis genutzt werden

Die Kurznachricht als Marketingwerkzeug

Die SMS ist weiterhin ein durchaus veritables Marketing-Tool: Im Gegensatz zur E-Mail-Inbox, die sich schnell mit neuen, auch weniger nützlichen Werbe-Mails füllt, ist die SMS eine ungewöhnliche Promotion-Methode, die auffällt, anstatt abzuschrecken. Darüber hinaus können E-Mails auch schnell im Spam-Filter landen und es ist leicht nachzuverfolgen, ob die angesprochene Zielgruppe auf die Textnachricht reagiert und sich damit auseinandersetzt.

Akzeptanz von Marketing-Botschaften per SMS
Statistik: Die Statistik zeigt, dass von 6500 Menschen in Deutschland, Spanien, Großbritannien, Frankreich und Niederlande die Bestätigung von Liefer- und Einkaufsterminen eine sehr hohe Akzeptanz erfährt. Die Akzeptanz von Botschaften über Sonderangebote und Unternehmensnachrichten fällt dagegen etwas niedriger aus.

Wer hat die klassische Kurznachricht erfunden?

Auch wenn Neil Papworth die erste SMS verschickt hat, ist die Idee in einem ganz anderem Kopf gereift. Erfunden wurde der Nachrichtenservice von dem Deutschen Ingenieur Friedrich Hillebrandt schon 1984. Allerdings behauptete auch Nokia, dass der mittlerweile verstorbene Finne Matti Makonen den Dienst erfunden hätte. Auch wenn Hillebrandt das Konzept 1985 zur Standardisierung einreichte, einigte man sich schließlich darauf, dass die Idee viele Väter hatte. Von Hillebrandt stammt jedenfalls die Idee, das eine Nachricht nur 160 Zeichen umfassen soll. Ein Einfall, der aus dem Studium tausender von Postkarten stammt. Aufgrund dieser stellte er fest, dass 160 Zeichen ausreichen, um alle notwendigen Informationen zu überliefern.

Fazit:

Trotz ihres gesetzten Alters und ein paar Erfolgseinbrüchen, hat die SMS auch heute noch ihren Wert und diverse praktikable Anwendungsmöglichkeiten. Auch neben unserem Free SMS – Service bestehen diverse Möglichkeiten, wie Sie sichere, komfortable Kurznachrichten unter widrigen Umständen, wie z.B. einem schwachem Handy-Netz, empfangen und versenden können. Die SMS hat sich von einer ursprünglich umständlichen Kurznachrichten-Übermittlung zu einer immer noch relevanten und sicheren Kommunikationsform entwickelt.

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Ein Kommentar zu “SMS – Gestern und Heute”

  1. 01

    Hallo,

    ich habe manchmal das Gefühl ich bin eine der wenigen die doch noch häufiger auf die klassische SMS zurückgreift.
    Fand den Artikel daher sehr interessant.

    Liebe Grüße

    Liane am 23. November 2016 um 22:05
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